Gotteszell war eine lange und gut besuchte Anna-Wallfahrt. Das Gnadenbild am Hochaltar zeigt in einer kleinen Holzgruppe die Hl. Anna Selbdritt. Durch Zufügung der kleinen und stilistisch andersartigen Figur einer jugendlichen Maria wurde so die Holzfigur, die zuvor eine thronende Muttergottes darstellte, etwa 1430 als Hl. Anna umgedeutet. Außerdem existiert noch das ursprüngliche Gnadenbild von 1510, das sich jetzt im Pfarrhof befindet.
Von den Werken in der ehemaligen Zisterzienserklosterkirche St. Anna, welche die beiden Brüder Asam 1729 bis 1730 gemeinsam neu ausstatteten, blieb nach einem großen Brand nur das große Fresko am Chor übrig, das auch heute noch die Kirche beherrscht (Deckenbild im Westtrakt). Dieses Fresko in der Apsis stammt von Cosmas Damian Asam und zeigt eine Himmelfahrt Mariens mit illusionistischer Triumpharchitektur.
In der Apostelkapelle befindet sich eine Abendmahls-Holzgruppe aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit lebensgroßen, realistisch gestalteten, recht derben Figuren, die hinter einem Tisch angeordnet sind. Von den Konventgebäuden ist ein Teil des Südflügels mit Torbogen und Erkerturm erhalten.
Neben dem noch bestehenden Ortskern und heutigen Klosterring und der mehrfach restaurierten Kirche St. Anna zeugen auch der einmalig schön gelegene Kalvarienberg mit den Kreuzwegstationen und der Lourdeskapelle von der Klosterzeit „Cella Dei“.
Die katholische Pfarrkirche St. Anna wird seit 1987 von Pfarrer Josef Ederer geleitet, der sich intensiv für den Bau dieser Orgel und für die Orgelkonzertreihe mit internationalen Interpreten einsetzte.
Jann-Orgel mit unbegrenzten musikalischen Möglichkeiten und idealer Raumakustik
St. Anna besitzt seit 1999 eine der imposantesten Orgeln Niederbayerns. Sie wurde von dem berühmten Organisten Prof. Günther Kaunzinger (Hochschule für Musik in Würzburg) konzipiert und von Thomas Jann (Allkofen), einer nicht minder berühmten Orgelbauerdynastie erbaut. Mit der Einweihung am 3. Oktober 1999 begann sich die Fachwelt für dieses herrliche Instrument lebhaft zu interessieren und lockte renommierte internationale Interpreten (u. a. Jean Gouillou, Paris) an, die zu den besten der Welt zählen. Die Gotteszeller Jann-Orgel bietet aufgrund ihrer künstlerischen Konzeption und hohen kunsthandwerklichen Qualität nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zu stil- und fantasievoller Interpretation jeder bedeutenden Epoche der Orgelmusik. Darüber hinaus trägt die ideale Raumakustik der Asambasilika zur vollen Entfaltung der klanglichen Besonderheiten dieses Instruments bei.
Ein Reigen internationaler Organisten präsentiert sich!!!
Prof. Günther Kaunzinger, der als Liszt der Orgel gilt und zahlreiche Aufnahmen veröffentlichte, eröffnete die Orgelkonzertreihe 2002 am 6. Januar mit Kompositionen von Bach, Daquin, Widor und Gouillou. Ihm folgte am 19. Mai der italienische Orgelstar Giampaolo di Rosa mit Werken von Liszt, Bach, Widor und Gouillou. Am 8. September 2002 können sich die kunstverwöhnten Gotteszeller auf Prof. Klemens Schnorr, Domorganist des Freiburger Münsters und Professor an der Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau, freuen. |